{"id":162,"date":"2018-04-28T17:44:03","date_gmt":"2018-04-28T17:44:03","guid":{"rendered":"http:\/\/new.drolshammer.net\/german\/?page_id=162"},"modified":"2023-06-05T16:54:12","modified_gmt":"2023-06-05T14:54:12","slug":"expertenwissen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/expertenwissen\/","title":{"rendered":"Expertenwissen"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_section css=&#8220;.vc_custom_1685976834695{margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_row 0=&#8220;&#8220;][vc_column 0=&#8220;&#8220;][vc_column_text 0=&#8220;&#8220;]\n<h1 style=\"text-align: center;\"><\/h1>\n<p><span class=\"lead\">Die Schaffung von Expertenwissen ist dem Bereiche der &#8222;Angewandten Forschung&#8220; zuzuordnen, wo oft der Beratungsbedarf bestimmt, welches entsprechende Expertenwissen zu generieren ist. <\/span><\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich kann Expertenwissen auch im Rahmen allgemeiner Forschungsprojekte weiterentwickelt werden. Die auf dieser Weise durch Expertenwissen angereicherte<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/strategic-legal-advice\/\"> strategische Rechtsberatung<\/a> wird in eine sich an Prozessen und an Issues orientierte Beratungsmethode des <a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/issue-management\/\">Issue Managements <\/a> eingebaut, die einen integrativen, internationalen und interdisziplin\u00e4ren Umgang zwischen den relevanten Dimensionen der Probleml\u00f6sung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Recht und Kommunikation als Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>Als Beispiel eines solchen Arbeitsfeldes zur Generierung von &#8222;Expertenwissen&#8220; dient die Verkn\u00fcpfung von Recht und Kommunikation, die sowohl von der Seite der Rechtswissenschaft als auch von der Seite der Kommunikationswissenschaft wenig erkannt und erforscht ist. Es besteht in diesem Bereich ein grosser Nachholbedarf.<\/p>\n<p>Der Umgang mit den Folgen der Mediatisierung und der Virtualisierung auf die Entstehung, die Anwendung und die Durchsetzung von Recht stellt ein wichtiges Problem der strategischen Rechtsberatung dar. Ich habe in diesem Bereich w\u00e4hrend vielen Jahren intensiv beraten; vgl. etwa den Foliensatz &#8222;<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/speech_de_corpcom.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unternehmenskommunikation in turbulenten Zeiten<\/a>&#8222;, Recht und Reputation, Paradigmenwechsel &#8211; Fallbeispiele mit Relevanz f\u00fcr den guten Ruf eines Unternehmens &#8211; Diagnosen und Therapien der Risiken und Chancen der Schnittstelle als Teil eines ganzheitlichen Corporate Reputation Managements&#8220;.<\/p>\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis von Recht und Kommunikation sollte vor allem in den nachfolgenden Bereichen &#8222;Expertenwissen&#8220; generiert werden.<\/p>\n<h3><b>Kommunikation zwischen Rechtskulturen<\/b><\/h3>\n<p>In einer globalisierten Welt erfolgt die Interaktion zwischen Rechtskulturen im Wesentlichen \u00fcber Kommunikation. In Anbetracht der Tatsache, dass Recht und Rechtskultur heute ein strategischer Erfolgsfaktor einer Rechtsordnung, d.h. eines Landes ist, verlangen die damit verbundenen Anforderungen der Kompetitivit\u00e4t, Kompatibilit\u00e4t und Interoperabilit\u00e4t, dass in einer Rechtsordnung selbst Voraussetzungen einer F\u00e4higkeit zu und einer effektiven Veranstaltung der Kommunikation \u00fcber Recht geschaffen werden.<\/p>\n<p>Diese Kommunikation ist eine zum r\u00e4umlichen Geltungsanspruch des Rechts geh\u00f6rende Dimension, die dessen Wirksamkeit erst herbeif\u00fchrt oder verbessert. Es geht hier unter anderem um die Darstellung der eigenen Rechtsordnung in anderen Fachsprachen, zum Beispiel der englischen und die Institutionalisierung eines auf eine internationale Kommunikation angelegten Knowledge-Managements f\u00fcr alle im Rechtsbereich an dieser Kommunikation beteiligten Kreise.<\/p>\n<h3><b>Kommunikation zwischen Managern und Juristen<\/b><\/h3>\n<p>Im Spannungsfeld Kommunikation und Recht wird zum Beispiel die Interaktion mit der amerikanischen Rechtskultur und in die Interaktion im Bereich Recht und Management durch ein ungen\u00fcgendes oder falsches Verst\u00e4ndnis der jeweils an der Kommunikation beteiligten rechtlichen Berufsrollen verzerrt. Gest\u00f6rte Auffassungen der Berufsrollen bestimmen also \u00fcber deren Kommunikation die Wirksamkeit von Recht und Juristen mit.<\/p>\n<p>Dies m\u00fcsste selbst auch Gegenstand der Generierung von &#8222;Expertenwissen&#8220; sein. Wir vermuten, dass dieses unterentwickelte Verst\u00e4ndnis der Berufsbilder des Rechts eine Integration, Interdisziplinarit\u00e4t und Internationalit\u00e4t zwischen Juristen und Managern und eine Zusammenarbeit mit den entsprechenden Rollentr\u00e4gern in verschiedenen Rechtskulturen erschwert, ja dieser oft entgegensteht. Diese Verst\u00e4ndnisdefizite sind unseres Erachtens zudem um so offensichtlicher, je mehr die Kommunikationsrealit\u00e4t \u00fcber die Berufsrollen des Juristen und des Managers auf beiden Seiten des Ozeans entprivatisiert und zum Bestandteil der \u00f6ffentlichen bzw. ver\u00f6ffentlichten Meinung gemacht wird.<\/p>\n<h3><b>Die Rolle der Perzeption der Bedeutung des Rechts f\u00fcr die Wirtschaft<\/b><\/h3>\n<p>Als ein mit dieser Unvertrautheit der Perzeptionen der rechtlichen Berufsrollen verwandter Bereich der Verkn\u00fcpfung von Recht und Kommunikation scheint die dahinterstehende Tatsache eines unterentwickelten Verst\u00e4ndnisses der Funktion des Rechts f\u00fcr die Wirtschaft und die Gesellschaft selbst, etwa durch die Manager als Funktion\u00e4re des wirtschaftlichen Unternehmens und oder derjenigen, die \u00fcber Rechtskulturen kommunizieren, selbst ein Thema des Verh\u00e4ltnisses von Recht und Kommunikation zu sein.<\/p>\n<p>Die Frage der grunds\u00e4tzlichen Wertigkeit und des Verst\u00e4ndnisses dieser Wertigkeit von Recht f\u00fcr wirtschaftliche T\u00e4tigkeiten in einer globalisierten Welt hat zu wenig kommunikatorische F\u00fcrsprecher und sollte im Grunde genommen ins Zentrum des Bereiches von &#8222;Wissen&#8220;, &#8222;K\u00f6nnen&#8220; und &#8222;Haltung&#8220; der &#8222;International Lawyers&#8220; gestellt werden.<\/p>\n<p>Die Fragestellung verlangt zuerst einmal, dass die Vertreter der Rechtswissenschaft ihr Selbstverst\u00e4ndnis f\u00fcr Neues und die Kommunikation dar\u00fcber als eine integrierte Aufgabe gelebter Ganzeitlichkeit, Interdisziplinarit\u00e4t und Internationalit\u00e4t verstehen. Dies w\u00e4re eine sinnvolle Vorleistung an ein von der Sache her notwendiges dialogisches Verst\u00e4ndnis zwischen Rechtskulturen und zwischen Berufskulturen. Auch in diesem Bereich ist die Wirkung von Recht essentiell mit einer damit verbundenen Kommunikation verkn\u00fcpft und verschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h3><b>Der Jurist als Kommunikator<\/b><\/h3>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Verkn\u00fcpfung von Recht und Kommunikation verlangt auch die Generierung von entsprechendem &#8222;Expertenwissen&#8220; \u00fcber die Ausbildung eines neuen &#8222;International Lawyers&#8220;. Sie verlangt ganz bestimmte Anforderungen an die Kommunikationsf\u00e4higkeiten dieses Juristen und dessen Verh\u00e4ltnis zur Kommunikation, die zu den Kernkompetenzen einer zuk\u00fcnftigen Juristenaus- und Weiterbildung in diesem Bereich gez\u00e4hlt werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Die festgestellten Paradigmenwechsel, die bei den F\u00e4higkeiten eines neuen &#8222;International Lawyers&#8220; neben der Wissens- und Verstehenskompetenz auch eine Verhaltens- und Handlungskompetenz, dazu eine Beurteilungs- und Final- und Haltungskompetenz verlangen, geben der Kommunikationskompetenz des Juristen als Teil seiner Sozialkompetenz einen bedeutenden Stellenwert. Dieser erh\u00f6ht sich durch die aufgrund der Globalisierung neu ins Blickfeld ger\u00fcckte Internationalisierungskompetenz. In der Frage der Ausbildung und Weiterbildung von solchen Juristen wird der Jurist im wesentlichen auch zu einem Kommunikator.<\/p>\n<h3><b>Recht und Reputation<\/b><\/h3>\n<p>Am Weitrechendsten ist die Verkn\u00fcpfung und Verschr\u00e4nkung von Recht und Kommunikation im Bereiche des Schutzgutes der Reputation von Personen und Unternehmen.Die Reputation wird durch einen Wettbewerb verschiedener Meinungen, die Perzeptionen Dritter konstituieren &#8211; im wesentlichen vor dem Hintergrund von Informationsasymmetrien &#8211; geschaffen, gewahrt, gef\u00e4hrdet und zerst\u00f6rt wird. Dabei wird die Bemessung und Bewertung des <a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/issue-management\/\">Reputationsschadens <\/a>bei b\u00f6rsenkotierten Gesellschaften unmittelbar und zeitverzugslos sichtbar.<\/p>\n<p>Eine Untersuchung unsererseits hat gezeigt, dass die Mehrzahl reputationsgef\u00e4hrdender Ereignisse mit Rechtsverletzungen verbunden sind, von denen wiederum eine Mehrzahl durch den Umgang mit Rechtsverletzungen selbst wesentlich mitbeeinflusst ist. Die Mediatisierung verkehrt die rechtliche Unschuldsvermutung vorweg in eine mediale Schuldvermutung.<\/p>\n<p>Die reputationsbezogene Auseinandersetzung mit einer rechtlichen Dimension eines Issues erfolgt deshalb zu einem anderen, insbesondere fr\u00fcheren Zeitpunkt als die rechtliche, sie tangiert und pr\u00e4judiziert zudem die Voraussetzungen der sp\u00e4teren Rechtsanwendung und Rechtsdurchsetzung im angestammten und engeren Sinne massgeblich, vergleiche Foliensatz, <a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/speech_de_corpcom.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Recht und Reputation<\/a> und <a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Festschrift_StGallen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jens Drolshammer Recht, Rechtsberufe und Rechtsreputation als Faktoren der internationane Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz &#8211; das &#8222;Legal Black Hole&#8220; der zugrunde liegenden Rechtskonzeption, 2007.<\/a><\/p>\n<h3><b>Kommunikation als rechtliches Gestaltungsmittel<\/b><\/h3>\n<p>Die Notwendigkeit der Generierung von &#8222;Expertenwissen&#8220; in diesem Bereich zeigt die Ausgestaltung der positiven Rechtsordnung selbst; so setzt der Gesetzgeber zum Beispiel die Publizit\u00e4t in Sachen- und Gesellschaftsrecht als Gestaltungsmittel ein. Das Gleiche gilt f\u00fcr die viel weitergehenden Publizit\u00e4tsvorschriften im Banken- und B\u00f6rsenrecht. Das positive Recht sch\u00fctzt auch vor Informationen und vor Kommunikation. Die Gewaltenteilung wird auch in der Schweiz durch die kommunikatorische Kontrolle der Medien erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Der Gesetzgeber gibt einer Rechtsanwendungsbeh\u00f6rde wie der Bankenkommission und der Wettbewerbskommission zus\u00e4tzlich einen Informationsauftrag, der die Rechtsanwendung zum Teil erg\u00e4nzt und verst\u00e4rkt, zum Teil st\u00f6rt oder gar ersetzt. Der Gesetzgeber setzt in vielen Bereichen Meldepflichten ein, deren Inhalt, zum Teil rechtlich vorgesehen, \u00f6ffentlich werden. Recht reguliert auch Kommunikation.<\/p>\n<p>Im Weiteren gibt es Schutzg\u00fcter im Recht, wie zum Beispiel Marken- oder Kennzeichenrechte, die ihre Legitimation in einer Informations- und Kommunikationsleistung haben.<\/p>\n<p>(Vgl. Jens Drolshammer, Verlangt die Globalisierung eine Neuausrichtung der Forschung? &#8211; Beispiele von Forschungsfeldern im Bereich Recht und Management aus der Sicht eines International Lawyers).[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][\/vc_section]\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_section css=&#8220;.vc_custom_1685976834695{margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_row 0=&#8220;&#8220;][vc_column 0=&#8220;&#8220;][vc_column_text 0=&#8220;&#8220;] Die Schaffung von Expertenwissen ist dem Bereiche der &#8222;Angewandten Forschung&#8220; zuzuordnen, wo oft der Beratungsbedarf bestimmt, welches entsprechende Expertenwissen zu generieren ist. Zus\u00e4tzlich kann Expertenwissen auch im Rahmen allgemeiner Forschungsprojekte weiterentwickelt werden. Die auf dieser Weise durch Expertenwissen angereicherte strategische Rechtsberatung wird in eine sich an Prozessen und&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/162"}],"collection":[{"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=162"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2148,"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions\/2148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}