{"id":321,"date":"2018-05-01T06:36:26","date_gmt":"2018-05-01T06:36:26","guid":{"rendered":"http:\/\/new.drolshammer.net\/german\/?page_id=321"},"modified":"2023-06-06T12:26:30","modified_gmt":"2023-06-06T10:26:30","slug":"academic-reading-club","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/drolshammer.net\/german\/clubs\/academic-reading-club\/","title":{"rendered":"Wissenschaftlicher Leseclub"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_section][vc_row 0=&#8220;&#8220;][vc_column 0=&#8220;&#8220;][vc_column_text 0=&#8220;&#8220;]<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/?page_id=314\"><span class=\"sub\">[ General Counsels Club ]<\/span> <\/a>\u00a0 <a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/?page_id=317\"><span class=\"sub\">[ General Counsel Netzwerk ]<\/span><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/?page_id=321\"><span class=\"sub\">[ Wissenschaftlicher Leseclub ]<\/span> <\/a>\u00a0 <a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/?page_id=324\"><span class=\"sub\">[ Legal Culture Club ]<\/span><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/?page_id=326\"><span class=\"sub\">[ Strategy Club ]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im The Salon betreiben wir auf Initiative von Jens Drolshammer einen wissenschaftlichen Leseclub.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer sind <a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/CV_BSFrey.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Dr. h.c mult. Bruno Frey<\/a>\u00a0(\u00f6konom), <a href=\"http:\/\/wfcp.ethz.ch\/_people\/gerd-folkers\">Prof. Gerd Folkers<\/a> (Pharmazeut),\u00a0<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/CV_Nobel.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Peter Nobel<\/a>\u00a0(Jurist),\u00a0<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/CV_Reiner_Eichenberger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Reiner Eichenberger<\/a>\u00a0(\u00f6konom) und\u00a0<a href=\"https:\/\/drolshammer.net\/german\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/CV_Drolsha.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Jens Drolshammer<\/a>\u00a0(Jurist).<\/p>\n<p>Das Leitmotiv ist der nachfolgende von Marc Amstutz (urspr\u00fcngliches Mitglied) speziell f\u00fcr diesen Anlass redigierte Text.<\/p>\n<p><strong>The Salon: Warum Theorie?<\/strong><br \/>\n<em>Welche Farbe hat Theorie?<\/em>\u00a0&#8211; eine oft anzutreffende Frage. Wenn wir sie hier aufgreifen, so nicht um eine ohnehin unm\u00f6gliche Antwort zu versuchen. Uns interessieren die Assoziationen, die die Frage weckt. Goethes ber\u00fchmter Satz: &#8222;Grau, teurer Freund, ist alle Theorie; und gr\u00fcn des Lebens goldner Baum&#8220;, spricht f\u00fcr ein verbreitetes Empfinden: Theorie nicht als aufhellendes Aufkl\u00e4ren, sondern als verdunkelndes Eintr\u00fcben. Oder: Was das Leben wirklich farbig macht, entgeht der Theorie.<br \/>\nGegen ein solches Theorie-Verst\u00e4ndnis muss man sich wehren (und gerade dies beabsichtigt &#8222;The Salon&#8220; im interdisziplin\u00e4ren Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften). Theorie betreiben heisst im Kern:\u00a0<em>die eigenen Annahmen \u00fcber den Reflexionsgegenstand zu hinterfragen<\/em>. Entgegen seiner altgriechischen Abstammung (the\u00f4re\u00een: beobachten, betrachten, schauen) meinen wir, dass Theorie nicht Betrachtung der Dinge durch reines Denken ist, unabh\u00e4ngig von ihrer Nutzbarmachung. Vielmehr verstehen wir Theorie als\u00a0<em>soziales Handeln<\/em>. Und zwar soziales Handeln als\u00a0<em>Gestalten von gesellschaftlicher Wirklichkeit<\/em>. So folgen wir\u00a0<span class=\"capitals\">Luhmann<\/span>, der der Theorie die Funktion zuspricht, das Umfeld zu &#8222;ent-decken&#8220;, in dem wir uns bewegen: &#8222;Theorien gewinnen ihre eigene Einheit und Unterschiedenheit nicht etwa aufgrund eines entsprechenden Eingeteiltseins der Aussenwelt. Nicht der Gegenstand garantiert die Einheit der Theorie, sondern die Theorie die Einheit des Gegenstandes \u2026 Es gibt nat\u00fcrlich Aussenwelt, aber schon die Form der Einheit und Unterschiedenheit, in der sie gegeben ist, verdankt sie \u2026 [theoretischer] Konstruktion&#8220;). Erst durch Theorie wird mithin in Worten fassbar, was wir tun, was wir machen, was wir sind (oder eben auch: was wir nicht sind). Und das heisst:\u00a0<em>wie wir unser Wissen &#8211; und damit letztlich: unsere Gesellschaft &#8211; organisieren<\/em>.<br \/>\nEine Dominanz der Theorie \u00fcber die Praxis wird damit freilich nicht behauptet. Ganz im Gegenteil. Theorie und Praxis stehen zueinander in einem Verh\u00e4ltnis der &#8222;<em>konstruktiven Distanz<\/em>&#8222;: &#8222;Damit es zu keinem blossen Nebeneinander kommt, sind Einmischungen erforderlich, Einmischungen freilich, die das Andere als Anderes und wiederum doch auch nicht akzeptieren&#8220; (<span class=\"capitals\">Schandl<\/span>). Theorie soll genau das leisten:\u00a0<em>sich in die Praxis &#8222;einmischen&#8220;<\/em>, und dies mit dem Ziel,\u00a0<em>Widerspruch fruchtbar werden zu lassen<\/em>. Nur dadurch kann sie ihre Selbst\u00e4ndigkeit gewinnen, die auch (und zumal) der Praxis nutzt. Ganz in diesem Sinne schreibt\u00a0<span class=\"capitals\">Adorno<\/span>\u00a0in seiner &#8222;Negativen Dialektik&#8220;: &#8222;Die Forderung der Einheit von Praxis und Theorie hat unaufhaltsam diese zur Dienerin erniedrigt; das an ihr beseitigt, was sie in jener Einheit h\u00e4tte leisten sollen. Der praktische Sichtvermerk, den man aller Theorie abverlangt, wurde zum Zensurstempel. Indem aber in der ber\u00fchmten Theorie-Praxis, jene unterlag, wurde diese begriffslos, ein St\u00fcck der Politik, aus der sie hinausf\u00fchren sollte; ausgeliefert der Macht. Die Liquidation der Theorie durch Dogmatisierung und Denkverbot trug zur schlechten Praxis bei; dass Theorie ihre Selbst\u00e4ndigkeit zur\u00fcckgewinnt, ist das Interesse von Praxis selber&#8220;.<br \/>\nDieser Herausforderung stellt sich &#8222;The Salon&#8220;: Durch Theoretisieren sich in die Praxis &#8222;einmischen&#8220;, um just dadurch der Theorie zu erlauben, zu ihrer Selbst\u00e4ndigkeit zur\u00fcckzufinden. Dass der gew\u00e4hlte Zeitpunkt opportun ist, ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass die Schweiz heute ganz sp\u00fcrbar an einem Theorie-Defizit leidet. &#8222;Muddling-through&#8220; (oder schlicht und einfach: brutales Improvisieren) scheint sich nicht nur in Politik und Wirtschaft zu einer Realit\u00e4t gemausert zu haben, sondern auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften, um die es in den letzten Jahren seltsam ruhig geworden ist (man konsultiere nur den SNF-Jahresbericht 2003: 82% der zugesprochenen Beitr\u00e4ge gehen an die Biologie, Medizin, Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften; 18% an die Geistes- und Sozialwissenschaften!). Indem &#8222;The Salon&#8220; die j\u00fcngeren und j\u00fcngsten Suchbewegungen der Theorie in den Gesellschaftswissenschaften beobachtet, debattiert und &#8222;praktisch&#8220; in Kontext stellt, soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass Theorie sich in der Schweiz (wieder?) farbenreich, poppig, &#8222;multicolore&#8220; und vor allem: &#8222;<em>konstruktiv widersprechend<\/em>&#8222;, anf\u00fchlt. (7.7.04)<\/p>\n<p><strong>Organisation:<\/strong><br \/>\nJeder Teilnehmer hat im Turnus ein Vorschlagsrecht zur Bestimmung der zu lesenden B\u00fccher oder Texte und sorgt f\u00fcr die zeitgerechte Verteilung.<br \/>\nDie Disputanten treffen sich viermal im Jahr im The Salon. Wir pflegen den interdisziplin\u00e4ren Diskurs und tauschen uns gegenseitig \u00fcber unsere T\u00e4tigkeiten aus. Wir besprechen gem\u00e4ss einem bestimmten Vorbereitungsmodus jeweils ein Buch oder einen Text und diskutieren mit verteilten Rollen. Anschliessend f\u00fchren wir das Gespr\u00e4ch am Aperitif und Nachtessen fort. Wir machen dabei auch die Hinweise auf die jeweiligen aktuellen T\u00e4tigkeiten und beantworten Fragen aus den den anderen unvertrauteren Lebens- und Berufsumst\u00e4nden.<\/p>\n<p><strong>Die gelesenen Texte und B\u00fccher:<\/strong><br \/>\nBis 2009 besprachen wir Richard A. Posner, Frontiers of legal Theory (2001), Klaus Mathis, Effizienz statt Gerechtigkeit? Auf der Suche nach den philosophischen Grundlagen der \u00f6konomischen Analyse des Rechts (2004), Douglass C. North, Institutions, Institutional Change and Economic Performance (1990), Niklas Luhmann, Die Realit\u00e4t der Massenmedien, zweite erweiterte Auflage (1996), Albert O. Hirschman, Exit, Voice, and Loyalty &#8211; Responses to Decline in Firms, Organizations, and States (1970), Leo Strauss, Natural Right and History (1950), Bruno S. Frey, Arts &amp; Economics, Analysis &amp; Cultural Policy (Second Edition, 2003), Gunther Teubner, Recht als autopoietisches System, (1989), Christoph Engel\/Jost Halfmann\/Martin Schulte (Hrsg.), Wissen &#8211; Nichtwissen &#8211; unsicheres Wissen (2002) und Bruno S. Frey, \u00f6konomie ist Sozialwissenschaft, Die Anwendung der \u00f6konomie auf neue Gebiete (1990).<\/p>\n<p>Am 23. August 2007 haben wir den Text, der in der Rabels Zeitschrift erscheinen wird: Kristoffel Grechenig\/Martin Gelter, Divergente Evolution des Rechtsdenkens? Von amerikanischer Rechts\u00f6konomie und deutscher Dogmatik besprochen.<\/p>\n<p>Am 11.Dezember 2007 besprechen wir den philosophischen Essay &#8222;On Bullshit von Harry G. Frankfurt.<\/p>\n<p>Am 23. Juni 2008 besprachen wir von Michel Foucault &#8222;die Geburt der Biopolitik, Geschichte der Gouvernementalit\u00e4t II&#8220;.<\/p>\n<p>Am 1. September 2008 besprachen wir eine Biografie von Joseph Schumpeter von Thomas K. McCraw mit dem Titel &#8222;Prophet of Innovation, Joseph Schumpeter and Creative Destruction&#8220;<\/p>\n<p>Am 26. November 2008 besprachen wir Law &amp; Capitalism: What Corporate Crises Reveal about Legal Systems and Economic Development around the World von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/exec\/obidos\/search-handle-url\/ref=ntt_athr_dp_sr_1?%5Fencoding=UTF8&amp;search-type=ss&amp;index=books&amp;field-author=Curtis%20J.%20Milhaupt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Curtis J. Milhaupt<\/a>\u00a0and\u00a0<a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/exec\/obidos\/search-handle-url\/ref=ntt_athr_dp_sr_2?%5Fencoding=UTF8&amp;search-type=ss&amp;index=books&amp;field-author=Katharina%20Pistor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Katharina Pistor<\/a>.<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz 2009 werden wir die Max Weber-Biografie von Joachim Radkau mit dem Titel &#8222;Die Leidenschaft des Denkens&#8220; besprechen.<\/p>\n<p>Der wissenschaftliche Leseclub hat bis heute 2018 \u00fcber 50 B\u00fccher besprochen. Das Verzeichnis der B\u00fccher ist f\u00fcr diese Webseite zu umfangreich.<\/p>\n<p><span class=\"smallfont\">Die Anl\u00e4sse sind privat und alle Aussagen off the record und vertraulich<\/span>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][\/vc_section]\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_section][vc_row 0=&#8220;&#8220;][vc_column 0=&#8220;&#8220;][vc_column_text 0=&#8220;&#8220;][ General Counsels Club ] \u00a0 [ General Counsel Netzwerk ] [ Wissenschaftlicher Leseclub ] \u00a0 [ Legal Culture Club ] [ Strategy Club ] Im The Salon betreiben wir auf Initiative von Jens Drolshammer einen wissenschaftlichen Leseclub. Die Teilnehmer sind Prof. Dr. Dr. h.c mult. 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